Weihnachtsbräuche in Vietnam

15. Dezember 2008

Bald ist es wieder soweit - Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür und alle sind fleißig auf der Suche nach Geschenken für ihre Lieben! Die Kinder sind aufgeregt und zählen die Tage bis der Weihnachtsmann endlich die heißersehnten Geschenke unter den Tannenbaum legt. Auch dieses Jahr steht Weihnachten bei vielen Menschen in der Tradition des Festes. Das bedeutet, dass Bräuche wie der Gang in die Kirche oder ein gemeinsames Festtagsessen mit der Familie zum festen Ritual der Feiertage gehören. Wie aber sieht es mit anderen Ländern aus? Feiern die Vietnamesen überhaupt Weihnachten? Wenn ja, was macht Weihnachten in Vietnam aus, welche besonderen Bräuche gibt es dort?

Man mag es zunächst nicht glauben, dass in Vietnam überhaupt an ein Weinachtsfest zu denken ist, wo doch der Großteil der Bevölkerung dem Buddhismus sowie dem Konfuzianismus und dem Taoismus angehört. Eine kleine Minderheit stellen jedoch die katholischen Christen dar, die seit der französischen Kolonialzeit zu den Religionen Vietnams zählen. Von diesen christlichen Bräuchen zur Weihnachtszeit werden aber nicht nur Familien christlichen Glaubens erfüllt, sondern auch die meisten anderen Vietnamesen sind mehr oder weniger im “Weihnachtsfieber”.

An vielen Verkaufsständen bekommt man die typischen Weihnachtsmützen und sogar künstliche Weihnachtsbäume! Vor allem in den Städten ist die Weihnachtszeit durch bunte Dekoration deutlich spürbar. Während jedoch die christlichen Familien sowie die westlichen Ausländer den Weihnachtsabend herbeifiebern, nutzen die Einheimischen diese Zeit vielmehr um sich mit Freunden zu treffen oder auszugehen und praktizieren dabei doch eher ihr vietnamesisch geprägtes Verständnis von “besinnlichen” Stunden!

Weihnachten ist somit auch in Vietnam in Mode gekommen, allerdings verleihen die  Eigenschaften der Großstädte dem Fest ihren ganz eigenen Charakter. So dominieren auch zu Weihnachten in Saigon bunte Farben das Bild sowie Menschenmassen, die alle zusammen Weihnachten auf den Straßen feiern wollen. Somit heißt es auch zu Weihnachten: ein Getümmel an Menschen und Mopeds, wie es so typisch für diese Stadt ist.

Hingegen wird Weihnachten in den christlichen Familien beschaulich und sehr traditionell gefeiert. Am Abend des 24. Dezember gehen die Menschen zur Mitternachtsmesse und essen anschließend ein “festliches” Mahl, meist in Form einer Hühnersuppe. Die Kinder stellen am Heiligabend ihre Schuhe vor die Tür, um am nächsten Morgen die erhofften Geschenke darin zu finden - in dem Punkt unterscheiden sie sich nicht von den Kinder hier in Deutschland, die mit leuchtenden Augen auf den Weihnachtsmann mit seinen Gaben warten…

 

Stephanie Trappe

Kategorie: Allgemein