Diese Sehenswürdigkeit findet sich nur in Vietnam und hat seinen Ursprung im Delta des Roten Flusses. Berichte von Reisenden aus der Zeit des 11. Jahrhunderts erzählen von entsprechenden Darbietungen. Die genau Entstehungsgeschichte des Wasserpuppentheater kann man jedoch nicht nachvollziehen. Dies liegt wohl auch an der Tatsache, dass diese Kunst geheim gehalten wurde und nur innerhalb einer Familie weitergegeben wurde. Gerade im Frühjahr stellte das Theater einen idealen Zeitvertreib für die Bauern statt. Im 17./18. Jahrhundert erreichte diese Kunstform seine Blütezeit und diente vor allem der Unterhaltung am königlichen Hof, besonders bei Tempelfesten.
Das Wasserpuppentheater besteht aus den Schauspielern und einem Orchester, was die Aufführung begleitet mit traditionellen Musikinstrumenten. Zudem verleihen die Mitglieder des Emsembles den Puppen ihre Stimmen. Sichtbar sitzen die Orchesterteilnehmer neben der Bühne in Form eines Wasserbeckens. Dieses ist dem Dorfteich oder einen kleinen See nachgefunden.
Hingegen befinden sich die Akteure für den Zuschauer verdeckt hinter einem Bambusvorhang. Sie führen die Puppen mit 3 bis 4m langen Stangen, die sich unsichtbar unter der Wasseroberfläche befinden. Die Puppen stehen bis zu einem Meter aus dem Wasser hervor und haben ein Gewicht von bis zu 5 Kilo. Die Handhabung der Puppen und die Erzeugung eines Spiels stellt eine echte Meisterleistung der Schauspieler dar.
Die bemalten Puppen sind aus Feigenholz geschnitzt, Harze und Lacke machen sie gegenüber der Nässe wasserfest. Die beweglichen Gliedmaßen werden durch Seilzüge gelenkt. Trotz diesen Vorsichtsmaßnahmen müssen die Puppen aufgrund der hohen Beanspruchung alle 3 bis 4 Monate ausgetauscht werden.
Innerhalb einer Vorstellung werden um die 100 Puppen in circa 17 verschiedenen Szenen gezeigt. Diese garantieren eine abwechslungsreiche und bunt gefächerte Show. Die Vielfalt der gezeigten Themen spielt sich vor allem im ländlichen Leben ab bzw. umfasst Alltagszenen. Des Weiteren werden historische Ereignisse, Prozessionen und Legenden dargestellt. Häufig ist das Thema Wasser im Mittelpunkt des Schauspiels.
Einige der bekanntesten und beliebtesten Szenen sind die Tänze heiliger Tiere: der Phönix, das Einhorn, die Schildkröte und der Drachen. Das “zurückgegebene Schwert” ist hingegen eine der häufig präsentierten Legenden.
Nachdem das Wasserpuppentheater in den 80er Jahren, begünstigt durch die Tradition der Geheimhaltung, fast ausgestorben war, wurde es mithilfe einer französischen Organisation wieder in Erinnerung gerufen und gehört heute zu einen der Highlights bei einen Besuch in Hanoi oder Saigon. Mittlerweile tourt das Ensemble des Theaters durch die ganze Welt und hat Gastauftritte zum Beispiel in Amerika.
Nutzen sie die Chance bei ihrem Vietnamaufenthalt und besuchen sie dieses weltweit einmalige Schauspiel!
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Stephanie Trappe







