Onkel Ho und sein Wirken

19. November 2008

Der Name Ho Chi Minh steht eng in Verbindung mit dem Land Vietnam und seine Spuren lassen sich vielerorts finden, am deutlichsten in der Umbenennung der Stadt Saigon in Ho Chi Minh Stadt oder das bekannte Ausflugsziel “Ho Chi Minh Mausoleum”in Hanoi. Im Laufe seines Lebens wechselte Ho Chi Minh seinen Namen häufig, so verwundert es nicht, dass er seinen bekanntesten “Ho Chi Minh” erst im Jahr 1942 annahm und unter zahlreichen Pseudonymen seine Tätigkeiten ausübte.

Ho Chi Minh wurde am 19. Mai 1890 als Nguyen Sinh Cung geboren und verbrachte seine Kindheit in dem kleinen Dorf Kim Lien. Sein Vater war ein vietnamesischer Chinese, seine Mutter verlor er noch als Kind. Schon in jungen Jahren wies er eine Abneigung gegen die französische Kolonisation auf. 1909 verließ er die Schule und heuerte in Saigon auf einen französischen Passagierschiff an. Dies sollte den Beginn seiner Wander- und Lehrjahre darstellen.

Zurück in Paris ging er seinen patriotischen Bestrebungen nach. Er engagierte sich auf politischer Ebene sozialistisch, später kommunistisch orientiert u.a. als Gründungsmitglied der kommunistischen Partei Frankreichs und veröffentlichte zahlreiche Artikel als Journalist mit dem Ziel der Unabhängigkeit Vietnams.

Weitere wichtige Stationen waren die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Internationalen (Komintern) in Moskau als Sekretär 1923-25, 1925 die Gründung der Revolutionären Jugend Vietnams in China sowie die Gründungsmitgliedschaft innerhalb der Kommunistischen Partei Indochinas in Hong Kong 1930 (heutige KPV - Kommnist. Partei Vietnams).

Bevor er 1941 nach 30 Jahre andauernder Abwesenheit wieder vietnamesischen Boden betrat, verbrachte er die Jahre in Moskau und China. In Vietnam zurück gründete er die Liga der Unabahängigkeit Vietnams (Viet Minh) und rief zum allgemeinen Volksaufstand auf. Nach kurzem Haftaufenthalt gründete er schließlich die Vietnamesische Befreiungsarmee und kämpfte erfolgreich um die Unabhängigkeit Vietnams. Diese Anstrengungen gipfelten in seinem Amt als Präsident, was jedoch nur von kurzer Dauer war, da die Unabhängigkeit sowohl von Japan als auch durch Frankreich nicht anerkannt wurde.Nach diesem Rückschlag war Ho Chi Minh (1954 zum Präsidenten Nordvietnams gewählt) stets bestrebt, die Unabhängkeit und Wiedervereinigung des Landes voranzutreiben. Und bekämpfte Franzosen, Japaner und später die Amerikaner im Vietnamkrieg.

1969 starb er schließlich im Alter von 79 Jahren an Herzversagen und wurde in seinem Mausoleum aufgebahrt, wo er bis heute liegt. Dabei entspricht diese Art der Bestattung so gar nicht der, die er sich eigentlich wünschte, nämlich eine einfache Einäscherung mit anschließenden Begräbnis auf einen Hügel. Das Mausoleum hingegen befindet sich in der Stadt Hanoi und ist genau an dem Platz errichtet wurden, wo Ho Chi Minh am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung verlas. In militärisch dominierender Manier betritt man die letzte Ruhestätte, in dem “Onkel Ho”, wie er liebevoll genannt wird, aufgebahrt ist. Im Inneren der Stätte ist Ho Chi Minhs Leitsatz schriftlich festgehalten: “Es gibt nichts Wertvolleres als Unabhängigkeit und Freiheit!”

Ho Chi Minh war eine Kämpfernatur und erhielt vor allem durch sein Streben nach Freiheit für das Land und durch die kritische Sicht der Welt auf den Vietnamkrieg Bedeutung. In den 60er Jahren wuchs er zum Idol als Revolutionär in Zeiten der europäischen Studentenbewegungen für tausende junge Männer und Frauen an. Bis heute ist seine Bekanntheit und Ehrung in Vietnam ungebrochen - keine Stadt, in der nicht eine Statue des berühmten Mannes mit den Ziegenbärtchen steht.

 
Stephanie Trappe

Kategorie: Vietnams Geschichte